Die Versteigerung

 

 

Der März war gekommen, ich glaube es hieß sogar Frühlingsanfang. Die Maigesellschaft hatte bei Prangs Gerta zur Versteigerung eingeladen. Ziemlich alle Aktiven, so nannte man die Junggesellen, hatten sich eingefunden. Der Vorsitzende rief die Versammlung zur Ordnung und begann. Wer bietet auf den Maikönig: Anfangsgebot DM 10,-. Nur mäßig kam Bewegung in die Runde. Von 11,- über 12,- bis 18,- DM. Dann erfolgte der Zuschlag. Nun war ich also der Maikönig in diesem Jahr. Ich bekam die Liste auf der die jungen Damen des Dorfes aufgeführt waren, die so genannten Maifrauen. Die Maikönigin war schnell gefunden, nun war der Maigrafentitel zu ersteigern. Ein reges Überbieten der einzelnen Aktiven setzte ein. Sobald der eine diese Summe geboten hatte, konterte der nächste mit einer Erhöhung. Schließlich als die stolze Summe von 157,- DM erreicht war, fiel der Zuschlag. Dieser enorme Preisunterschied zwischen Maikönig und Maigraf erklärt sich mit den geringeren Kosten, die dem Maigrafen während seiner Amtszeit entstehen. Danach folgte der Dörpremmel. Auch hier ein häufiges Überbieten. Man einigte sich schließlich auf 82,- DM. Inzwischen waren von Maikönig und Maigraf eine Runde Kölsch eingetroffen, worauf beiden mit einem kräftigen dreifachen „Weißer Flieder" gedankt wurde. Anschließend wurden die Namen der Mädchen nacheinander vorgelesen. Bei einigen vernahm man wenig, bei anderen setzte wiederum ein heftiges Überbieten ein. Schließlich ergab sich für Maikönig und Maigraf ein stattliches Gefolge von 10 Maipaaren. Nach dem offiziellen Teil saßen wir noch lange bei Kölsch und guter Laune zusammen.

 

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